Urteile und News

Auf dieser Seite werden wir Ihnen in regelmäßigen Abständen von uns erstrittene Urteile und aktuelle Gerichtsentscheidungen präsentieren. Sie finden hier Urteile und News zu folgenden Rechtsgebieten: Arbeitsrecht, Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht, Versicherungsrecht sowie Zivilrecht. Der Inhalt dieser Seiten kann auf keinen Fall eine Beratung durch einen Anwalt ersetzen (Haftungshinweise).
Bitte beachten Sie: grün markierte Überschriften verlinken zu weiteren Sachinformationen.

Sonntag, 23. Oktober 2016 - 17:38 Uhr
Krankengeldzuschüsse und rückwirkende Rente

Urteil des BAG vom 12.05.2016, Az: 6 AZR 365/15:
Die rückwirkende Bewilligung einer Rente, z.B. wegen einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, berechtigt den Arbeitgeber zur Rückforderung von Krankengeldzuschüssen (Differenz zwischen Krankengeld und 100% des Gehaltes), die ab dem Tag des Rentenbeginns gezahlt wurden.

Sonntag, 23. Oktober 2016 - 17:31 Uhr
Befristung und Heimarbeit

Urteil des BAG vom 24.08.2016, Az: 7 AZR 342/14:
Die Regelung im Teilzeit- und Befristungsgesetz, wonach ein sachgrundlos befristetes Arbeitsverhältnis nicht zulässig ist, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein Arbeitsverhältnis bestanden hat, gilt nicht für Heimarbeitsverhältnisse. Das Heimarbeitsverhältnis ist nach Auffassung des BAG kein Arbeitsverhältnis i.S.v. § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG.

Sonntag, 23. Oktober 2016 - 17:22 Uhr
Rücknahme des Rentenantrags und Arbeitsverhältnis

Urteil des BAG vom 23.03.2016, Az: 7 AZR 827/13:
Eine Rentenbewilligung (z.B. Erwerbsminderungsrente) führt nicht automatisch zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, wenn der betroffene Arbeitnehmer fristgerecht einen Widerspruch gegen den Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung einlegt, den Arbeitgeber darüber unterrichtet, den Rentenantrag vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses zurücknimmt und dies dem Arbeitgeber innerhalb der dreiwöchigen Klagefrist mitteilt.

Sonntag, 23. Oktober 2016 - 17:08 Uhr
Neuer gesetzlicher Mindestlohn ab 01.01.2017

Der gesetzliche Mindestlohn soll zum 01.01.2017 von brutto 8,50 € brutto je Stunde auf 8,84 € brutto je Stunde ansteigen. Das Bundesarbeitsministerium wird eine entsprechende Rechtsverordnung zur Umsetzung des Beschlusses auf den Weg bringen. Es gibt allerdings Übergangsregelungen in § 24 MiLoG für bestimmte Branchen (z.B. Land- und Forstwirtschaft, die Gartenbau-Branche, die ostdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie und die Zeitungsausträger).

Samstag, 24. September 2016 - 20:30 Uhr
Beratungshilfe der Amtsgerichte

1. Die Beratunghilfestelle des zuständigen Amtsgerichtes darf Sie mit Ihren Fragen nicht wieder an die Behörde, gegen deren Bescheid Sie vorgehen wollen, zurückverweisen. Nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 11.05.2009, (Aktenzeichen: 1 BvR 1517/08) ist eine derartige Vorgehensweise unzulässig !
2. Ferner darf Beratungshilfe nicht mit der Begründung verweigert werden, dass die antragstellende Person den Widerspruch doch selbst einlegen könnte. Die Erfolgsaussichten eines Widerspruches hängen wesentlich von dessen sorgfältiger rechtlicher Begründung ab. Eine solche juristische Begründung kann regelmäßig nicht durch den rechtlichen Laien, sondern nur durch den sozialrechtlich versierten Anwalt erfolgen; Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 07.10.2015, (Az: 1 BvR 1962/11).

Freitag, 5. August 2016 - 20:27 Uhr
Sachgrundlose Befristung und Beamtenverhältnis

Urteil des BAG vom 24.02.2016, Az: 7 AZR 712/13 - Tenor: Die Vorbeschäftigung als Beamter steht einer sachgrundlosen Befristung gem. § 14 Abs. 2 TzBfG nicht entgegen. Ein Beamtenverhältnis stellt kein Arbeitsverhältnis im Sinne des Vorbeschäftigungsverbots gem. § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG dar.

Freitag, 5. August 2016 - 20:21 Uhr
Sonderzahlungen und Mindestlohn

Urteil des BAG vom 25.06.2016, Az: 5 AZR 135/16:
Die Anrechnung von monatlich ausgezahlten Sonderzahlungen (z.B. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld) und Lohnzuschlägen (z.B. Zuschlag für Mehrarbeit, für Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit) auf den gesetzlichen Mindestlohn stellt keinen Verstoß gegen das Mindestlohngesetz (MiLoG) dar. Das Bundesarbeitsgericht sieht den Mindestlohn als Instrument der Existenzsicherung an. Eine Entscheidung zur Nachtarbeit steht aber noch aus. Meine Anmerkung hierzu: mit dieser Auslegung ist der Mindestlohns nichts anderes als eine Mogelpackung. Das Fazit lautet linke Tasche - rechte Tasche oder viel Lärm um nichts.

Mittwoch, 3. August 2016 - 20:35 Uhr
Entgeltfortzahlung während einer ambulanten Kur

Urteil des BAG vom 25.05.2016, Az:5 AZR 298/15:
gesetzlich Versicherte haben während einer ambulanten Vorsorgekur gegen ihren Arbeitgeber dann einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn die vom Sozialleistungsträger bewilligte Maßnahme in einer Einrichtung der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation gem. § 107 Abs. 2 SGB V durchgeführt wird und keinen Zuschnitt hat, der auf Urlaub hindeutet.

Dienstag, 2. August 2016 - 20:16 Uhr
Schriftform-Erfordernis und Elternzeit

Urteil des BAG vom 10.05.2016 – Az: 9 AZR 145/15: Für das Verlangen einer Elternzeit gem. § 16 Abs. 1 BEEG gilt ein strenges Schriftformerfordernis (§ 126 Abs. 1 BGB). Das bedeutet, dass das Elternzeitverlangen von der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer eigenhändig unterschrieben sein muss oder mittels notariell beglaubigten Handzeichens unterzeichnet worden sein muss. Eine Paraphe, das Telefax oder die E-Mail wahren die vorgeschriebene Schriftform dagegen nicht. Ist das Elternzeitverlangen wegen der Einhaltung der Schriftform nichtig, dann kann dies u.U. den Verlust des Sonderkündigungsschutzes gem. § 18 BEEG zur Folge haben.

Mittwoch, 27. Juli 2016 - 18:49 Uhr
Flugbegleiter und Wie-Berufskrankheit

Urteil des Sozialgerichtes Berlin vom 07.07.2016, Az: S 68 U 637/13: Das Sozialgericht Berlin hat die Klage eines Flugbegleiters auf Anerkennung einer "Wie-Berufskrankheit" abgewiesen. Eine Nervenerkrankung in Form einer Polyneuropathie aufgrund dauerhafter Belastung durch vergiftete Luft an Bord eines Flugzeugs sei nicht nachweisbar.

Mittwoch, 27. Juli 2016 - 18:40 Uhr
Arbeitsunfall im Homeoffice

Urteil des Bundessozialgerichtes vom 05.07.2016, Az: B 2 U 5/15 R: Kein Unfallversicherungsschutz auf Wegen zur Nahrungsaufnahme innerhalb der eigenen Wohnung für Beschäftigte in einem homeoffice. Die Klägerin war auf dem Weg in die Küche, um sich etwas zum Trinken zu holen. Dabei rutschte sie auf der in das Erdgeschoss führenden Treppe aus und verletzte sich dabei. Ein vom häuslichen und persönlichen Lebensbereich ausgehendes Unfallrisiko ist nicht der Unfallversicherung sondern dem Versicherten zuzurechnen.

Dienstag, 26. Juli 2016 - 20:40 Uhr
Sozialhilfe im Ausland

Urteil des Landessozialgerichtes Baden-Württemberg vom 09.06.2016, Az: L 7 So 4619/15: Ein deutscher Staatsangehöriger, der sich seit mehreren Jahren z.B. in der Ukraine aufhält, hat keinen Anspruch auf Sozial­leistungen nach dem SGB XII. Der Kläger behauptet, er könne wegen drohenden Strafverfolgung nicht nach Deutschland zurückkehren. Nach Feststellung des Landessozialgerichtes besteht regelmäßig kein Anspruch auf Sozialhilfe im Ausland. Eine solche Unterstützung kommt nur in außergewöhnlichen Notlagen in Frage und wenn die Rückkehr in das Bundesgebiet aus bestimmten Gründen nicht möglich ist. Hierfür ist der Kläger beweispflichtig. Außerdem stelle die behauptete drohende Strafverfolgung in der Bundesrepublik kein anzuerkennendes Rückkehrhindernis dar. Das LSG hätte die Rechtsangelegenheit nicht entscheiden müssen, da die Klage und Berufung ausschließlich per E-Mail geführt wurden. Die Klage und die Berufung waren daher bereits aus Formgründen unzulässig.

Sonntag, 24. Juli 2016 - 18:55 Uhr
Krankengeld und Urlaub im Ausland

Urteil des Landessozialgerichtes Baden-Württemberg vom 21.07.2016: Entscheidung zu einer häufig gestellten sozialrechtlichen Frage. Bezieher von Krankengeld dürfen nur mit Zustimmung der Krankenkasse ins Ausland in Urlaub fliegen, auch wenn der Urlaub für die Genesung förderlich und schon seit langer Zeit gebucht war. Die Kasse entscheidet dann mit Bescheid, ob sie das Krankengeld in dieser Zeit weiterzahlt oder ruhen lässt. Wenn der Leistungsempfänger also keine Genehmigung einholt, dann droht ihm der Verlust des Krankengeldes. Andererseits wird die Krankenkasse einen begründeten Antrag mit einem für die Genesung förderlichem Urlaub kaum rechtswirksam ablehnen können. Wichtig ist also eine rechtzeitige Antragstellung.

Samstag, 21. Mai 2016 - 18:52 Uhr
Praktikum und Probezeit

Urteil des BAG vom 19.11.2015, Az: 6 AZR 844/14:
Ein vorab in dem Ausbildungsunternehmen geleistetes Praktikum wird nicht auf die Probezeit im Berufsausbildungsverhältnis angerechnet. Das BAG erklärt dies damit, dass das Praktikum nicht mit dem Ausbildungsverhältnis und dem dort geltenden speziellen Pflichtenkatalog des BBiG zu vergleichen sei.

Samstag, 21. Mai 2016 - 18:41 Uhr
Nachtarbeitszuschlag und Angemessenheit

Urteil des BAG vom 09.12.2015, Az: 10 AZR 423/14:
Bei Nachtarbeit stellt ein Zuschlag von 25 % auf den Bruttostundenlohn oder die Gewährung einer entsprechenden, bezahlten Freistellung einen angemessenen Ausgleich für die Nachtarbeit nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) dar. Im Falle einer dauerhaften Nachtarbeit beträgt ein angemessener Zuschlag im Regelfall 30 % des Bruttostundenlohns. Die Art und Umfang der Tätigkeit und die damit verbundenen Belastungen (Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst) können einen geringeren oder höheren Zuschlag rechtfertigen.

Donnerstag, 5. Mai 2016 - 18:19 Uhr
Kontrolle des Browserverlaufes durch den Arbeitgeber

Urteil des LAG Berlin-Brandenburg vom 14.01.2016, Az: 5 Sa 657/15: Der Arbeitnehmer muss es nach Auffassung des LAG Berlin-Brandenburg dulden, dass der Arbeitgeber den Browserverlauf seines Dienstrechners ohne die Zustimmung des Arbeitnehmers auswertet, um damit eine Kündigung zu begründen. Dies gelte insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber die private Internetnutzung ausdrücklich untersagt habe. Die im Rahmen der Untersuchung des Browserverlaufs gewonnenen Informationen können in einem Kündigungsschutzprozess verwendet werden und unterliegen keinem Beweisverwertungsverbot.

Donnerstag, 5. Mai 2016 - 18:06 Uhr
Neuer Mindestlohn für Gebäudereiniger

Es gelten seit dem 01.03.2016 höhere allgemeinverbindliche Mindestlöhne in der Gebäudereiniger-Branche: Mindeststundenlohn in der Lohngruppe 1 (Innen- und Unterhaltsreinigung) ab dem 01.03.2016 = 9,80 € im Westen und 8,70 € im Osten und ab dem 01.01.2017 = 10,00 € im Westen und 9,05 € im Osten. Der Mindeststundenlohn in der Lohngruppe 6 (Außenanlagen und Glas- und Fassadenreinigung) beträgt ab dem 01.03.2016 = 12,98 € im Westen und 11,10 € im Osten und ab dem 01.01.2017 = 13,25 € im Westen und 11,53 € im Osten. Laufzeit bis 31.12.2017.

Donnerstag, 5. Mai 2016 - 17:52 Uhr
Sperre des Arbeitslosengeldes bei Wechsel der Arbeitsstelle

Urteil des SG Speyer vom 17.02.2016, Az: S 1 AL 63/15: wechselt der Arbeitnehmer von einem unbefristeten in ein befristetes Arbeitsverhältnis, so führt dies bei einer anschließenden Arbeitslosigkeit nach Auslaufen der Befristung nicht automatisch zum Eintritt einer Sperrzeit des Arbeitslosengeldes. Eine Sperrzeit komme nur dann in Betracht, wenn dem Arbeitnehmer ein anderes Verhalten zumutbar war.

Donnerstag, 14. April 2016 - 23:42 Uhr
Einbau einer behindertengerechten Badewanne

Urteil des Amtsgerichtes Berlin-Charlottenburg, Az: 233 C 543/14: Der Vermieter darf einer schwerbehinderten Mieterin nicht den Austausch einer 25 Jahre alte Badewanne durch eine neue Badewanne mit Seiteneinstieg untersagen. Die Mieterin ist auch nicht verpflichtet, die Wanne bei ihrem Auszug aus der Wohnung wieder auszubauen.

Donnerstag, 14. April 2016 - 23:28 Uhr
Ratte und Reisemangel

Urteil des Amtsgerichtes Köln, Az: 142 C 78/15: Verirrt sich eine Ratte in ein Hotelzimmer, so stellt dies kein Reisemangel dar. Bleibt es bei einem einmaligen Besuch des Tiers, dann handele es sich lediglich um eine Unannehmlichkeit. Diese Unannehmlichkeit rechtfertige keine Minderung des Reisepreises.

Neuere Beiträge  Ältere Beiträge

Anmelden

Urteile Arbeitsrecht und Sozialrecht : Mannheim : Lampertheim - Der Inhalt dieser Seiten kann auf keinen Fall eine Beratung durch einen Anwalt ersetzen. Eine Gewähr für die Korrektheit, Vollständigkeit, Qualität oder letzte Aktualität der bereitgestellten Informationen und deren Nutzung kann nicht übernommen werden. Bitte beachten Sie unsere Haftungshinweise. Bild: (c) Michael Grabscheit/pixelio.de